heinrich mann der haß hass

Der Haß

»Wir erdulden, was in Deutschland geschieht, und machen dabei die Wahrnehmung, daß wir vorher das Phänomen des Hasses kaum gekannt hatten. … Und besteht der Scheiterhaufen auch besonders aus den Werken Lebender, schon fangen sie an, auch Klassiker daraufzuwerfen. Ist doch unsere klassische Literatur ein einziges Zeugnis der Menschlichkeit, zu ihrer eigenen Gesinnung der verhaßte Gegensatz..«
(Zitat S. 30 in diesem Buch)

Kein Buch könnte in einer sich zunehmend polarisierenden Welt aktueller sein als dieses – Heinrich Manns erstmals 1933 im Exil veröffentlichte Essays zur Deutschen Zeitgeschichte. Die Hellsichtigkeit bei seiner Analyse des Nationalsozialismus, die Klarheit und Schärfe bei seinen Artikeln zu Goebbels und Hitler, und die zutreffenden Vorhersagen all der Schrecken die noch kommen würden.

„Die Kampfbegriffe auf Twitter und Telegram speisen sich aus der vehementen Verachtung anderer (…) Man muss nicht die Geister der Vergangenheit beschwören, nicht mit Geschichtsgeometrie die Parallelen von unserem Heute zur Weimarer Republik ziehen. Aber wenn man das Gift sequenziert, das Heinrich Mann in den Reden, den Lügen und Legenden der Nazis fand, dann kann man dessen Grundsubstanz auch in unserer zwischen höchster Erregung und tiefster Niedergeschlagenheit verorteten Gegenwart finden. Die Kampfbegriffe, die auf Twitter und Telegram eingesetzt werden, sie sind zu oft aus dem gleichen Zeug. Der Hass dort speist sich aus der vehementen Ablehnung abweichender Weltanschauungen und aus der Verachtung soziopolitischer Milieus. Wer einmal das erlebt hat, was in der übrigens per se hässlichen Social-Media-Sprache „Shitstorm“ heißt, hat die Gelegenheit, durchs Schlüsselloch in eine Welt aus gefletschten Zähnen und geballten Fäusten zu blicken. (…) Manns Essay, denn man kann und sollte diese Textsammlung als Ganzes lesen, spielt auf vielen Klaviaturen. Er ist Aufklärung, historische Herführung, Polemik und satirische Sittenmalerei.“ (Sueddeutsche Zeitung SZ: „Der Hass“ in Corona-Zeiten: Was wir von Heinrich Mann lernen können, 29. Dezember 2021).

Hier als Taschenbuch-Neuausgabe.

Aus dem Inhalt:

Vor der Katastrophe. Das Bekenntnis zum Übernationalen
I. Ablauf eines Zeitalters
II. Unfall einer Republik
III. Unbeliebte Tatsachen
IV. Das Bekenntnis

Nachher
Auch eine Revolution
Der Haß
Der große Mann
Im Reich der Verkrachten
Göring zittert und schwitzt
Ihr ordinärer Antisemitismus
Wohin es führt
Die enttäuschten Verräter
Die sittliche Erziehung
Der sichere Krieg
Die erniedrigte Intelligenz

Anhang. Szenen aus dem Nazileben
Auf der Straße
Im Konzentrationslager
Die Vermißten
Man muß sich zu helfen wissen
Hitler bei Hindenburg
Der Zeuge

Heinrich Mann.
Der Haß.
Deutsche Zeitgeschichte.
Erstdruck: Querido Verlag, Amsterdam 1933.

Durchgesehener Neusatz, LIWI Verlag, Göttingen.
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

ISBN: 3965424343

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