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Die besten Bücher von Heinrich Heine

Heinrich Heine beste BuecherHeinrich Heine gehört zu den wichtigsten und bekanntesten deutschsprachigen Autoren. Schriftsteller, Journalist und Dichter – Heine war einer der Ersten, der aus Reiseberichten und Zeitungsartikeln poetische Schriftstücke werden ließ.

Sein schriftstellerisches Erbe ist vielschichtig und reicht von lyrischen Texten über Prosa bis hin zu Kritiken und Streitschriften.

Heine wird gerne als “letzter Dichter der Romantik” bezeichnet und gilt zugleich als Überwinder dieser literarischen Epoche. So finden sich in seinen Werken Elemente aus Aufklärung und Realismus sowie Ansätze des Vormärz.

Sein Werk war bereits zu Lebzeiten gerühmt und umstritten. Den Missständen seiner Zeit trat er mit der Feder als Waffe entgegen. Sowohl inhaltlich als auch stilistisch kehrte er etablierten literarischen Konventionen den Rücken und fand seinen einzigartigen Ausdruck. Seine besten fünf Bücher stellen wir hier vor:

1.  Deutschland. Ein Wintermärchen – Abrechnung und Liebeserklärung

Heinrich Heine - Deutschland. Ein WintermärchenIn seinem wohl bekanntesten Werk Deutschland. Ein Wintermärchen nimmt Heine mit einem Augenzwinkern deutsche Nationalmythen auseinander.

Das Werk entstand, nachdem Heine im November 1843 für einige Wochen seine Wahlheimat Paris verlassen hatte, um seine Mutter und seinen Verleger in Deutschland zu besuchen. Es war der erste Besuch in Deutschland seit 13 Jahren. Das Wintermärchen liest sich wie eine spöttische Strafpredigt und wie eine Liebeserklärung zugleich.

In diesem Werk zeigt sich deutlich das ambivalente Verhältnis des Dichters zu seinem Geburtsland. Da ist die Liebe zur deutschen Sprache auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite steht der Mangel an Freiheit, den Heine als Person in Form des vorherrschenden Antisemitismus und als Journalist durch die fehlende Pressefreiheit besonders deutlich spürte. 

1844 wurde das Wintermärchen zunächst im Band Neue Gedichte veröffentlicht. Rasch wurde das Buch jedoch von der preußischen Zensur verboten. Im Namen von Friedrich Wilhelm IV wurde sogar ein Haftbefehl gegen Heine erwirkt. Dieser befand sich zu diesem Zeitpunkt jedoch wieder sicher im französischen Exil.

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2. Buch der Lieder – Liebe in Versen 

Heinrich Heine - Buch der Lieder Liwi VerlagHeinrich Heine zählt zu den wichtigsten deutschen Lyrikern. Das Buch der Lieder zeigt die gesamte Bandbreite von Heines poetischem Genie. Die Gedichtsammlung ist ein Buch zum Stöbern, ein Buch zum immer-in-der-Tasche-dabei-haben, ein Buch zum Verschenken und zum Behalten, ein Buch zum Vorlesen, zum Träumen, zum Genießen, ein Buch, um sich an Sprache und Ausdruck zu ergötzen und in romantischen Inhalten zu schwelgen.

Wer wissen möchte, wie man Liebe in Verse packt und wie es möglich ist, dass ein Wort wie ‘Feinsliebchen’ sich auch heute noch immer nicht albern anhört, der wird das Buch der Lieder lieben. 

Das Buch der Lieder ist ein Frühwerk Heines. Die hier versammelten Verse entstanden allesamt zwischen 1817 und 1826. Und sie waren beinahe ausnahmslos bereits schon zuvor in anderem Kontext veröffentlicht worden. Die erste Auflage des Buchs der Lieder erschien 1827. 

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3. Die Harzreise – poetische Naturbeschreibungen und Sarkasmus

Heinrich Heine Die Harzreise GoettingenRomantische Naturbeschreibungen und ironische Kommentare werden in der Harzreise gekonnt zusammengebracht. Der sarkastische Ton und die poetischen Beschreibungen machen das Buch zu einem ganz besonderen und nie aus der Mode gekommenen Literaturgenuss.

Unter dem Deckmantel einer Reisebeschreibung zeichnet Heine ein scharfes Bild vom Deutschland seiner Zeit, von Personen und Verhältnissen. Den Ausgangspunkt der Harzreise bildet Göttingen, die Stadt, in die es Heine einst zu seinem Jurastudium verschlagen hatte. Die Stadt, die “berühmt ist durch ihre Würste und ihre Universität”.

Die Stadt, in der Heine aufgrund einer Duellforderung nach einer antisemitischen Beleidigung zeitweise von der Universität und aufgrund eines Bordellbesuchs aus einer Studentenverbindung ausgeschlossen wurde. Glücklich wurde er nicht in Göttingen. Er zog nach Berlin, kehrte jedoch für sein Promotionsstudium wieder zurück.

1824 brach er zu einer vier Wochen dauernden Reise in den Harz auf, die ihn über Weimar, Erfurt und Eisenach bis Kassel führte und zu diesem einzigartigen Werk inspirierte. 

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4. Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski

Heinrich Heine Aus den Memoiren des Herren von SchnabelewopskiAus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski ist ein Romanfragment. Heine hat das Buch nie beendet. Mit dem ihm eigenen Witz und Humor übt Heine mit seinem Herren von Schnabelewopski eine Gesellschaftskritik der besonderen Art und knöpft sich die Normen und Tabus seiner Zeit vor. Das Werk wird gerne der Gattung der Schelmenromane zugeordnet.

Der junge Herr von Schnabelewopski begibt sich auf seine Reise in die Niederlande, wo er Theologie studieren will.

Über Hamburg, Cuxhaven und Amsterdam fährt er nach Leiden. Er begegnet Gleichgesinnten, verliert sich in Erzählungen seiner Erlebnisse und muss darauf achten, sein eigentliches Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Denn die Welt der Sinne in Form von gutem Essen und hübschen Frauenzimmern lenkt ihn sehr von seinen geistlichen Studien ab:

“Jedes Land hat seine besondere Küche und seine besonderen Weiblichkeiten, und hier ist alles Geschmacksache.”

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5. Französische Zustände – Cholera und Corona

Heinrich Heine Cholera französische zuständeBei ihrer Veröffentlichung 1832 war Heines Berichtsammlung Französische Zustände eine publizistische Sensation. Die Pariser Reportagen beschworen den revolutionären Zeitgeist, sie begeisterten eine breite Leserschaft und bereiteten der Obrigkeit Kopfschmerzen.

Die Veröffentlichung in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, für die die Berichte verfasst worden waren, und die Publikation in Buchform, wurden mit harten Bandagen bekämpft.

Die politischen Berichte über Frankreich entstanden in der Zeit von Dezember 1831 bis September 1832. Und sie sind noch heute mehr als einzigartige Berichte über das Zeitgeschehen vor 200 Jahren.

Besondere Aktualität gewinnt das Buch in Zeiten der Corona-Krise durch Heines Beschreibungen der Cholera und des Umgangs der Pariser Bevölkerung mit der Krankheit: Fröhlich „tummelten“ sich die Pariser Ende März des Jahres 1832 auf den Boulevards, „wo man sogar Masken erblickte, die, in karikierter Missfarbigkeit und Ungestalt, die Furcht vor der Krankheit verspotteten“. Diese Buch gibt es hier auch kostenlos als PDF

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Häufige Fragen zu Heinrich Heine

Was ist das berühmteste Gedicht von Heinrich Heine?

Zu seinen bekanntesten Gedichten zählen:

Deutschland. Ein Wintermärchen und

Die schlesischen Weber

Warum wurden Heines Werke verboten?

Heines Schriften wurden 1835 von der Zensur verboten, weil er die reaktionären Verhältnisse in Deutschland scharf kritisierte. In Deutschland herrschte noch keine Demokratie, und die Herrschenden befürchten, seine Schriften könnten Unruhe auslösen.

Warum gilt Heinrich Heine als Überwinder der Romantik?

Heine wird als Überwinder der Romantik bezeichnet, weil er zunächst im romantischen Stil schrieb. Später verwendete er zwar immer noch typische Stilmittel der Romantik wie beispielsweise die sentimentale Naturergriffenheit, machte sich gleichzeitig jedoch über sie lustig.

Er bezeichnete sich selbst als „entlaufenen Romantiker“, seine spöttisch-ironische Verwendung romantischer Stilmittel wird in folgendem Gedicht deutlich:

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang

Mein Fräulein! Sein sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

Berühmte Zitate von Heinrich Heine

„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, // Daß ich so traurig bin; // Ein Mährchen aus alten Zeiten, // Das kommt mir nicht aus dem Sinn.“

– Buch der Lieder, Die Heimkehr II, erste Strophe

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher // Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

– Almansor, Vers 243 f. / Hassan. In: Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo, Dümmler, Berlin 1823

„Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.“

– Die Harzreise

„Die Stadt selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht.“ –

In Die Harzreise, über Göttingen

„Im allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingeteilt in Studenten, Professoren, Philister und Vieh; welche vier Stände doch nichts weniger als streng geschieden sind. Der Viehstand ist der bedeutendste. Die Namen aller Studenten und aller ordentlichen und unordentlichen Professoren hier herzuzählen, wäre zu weitläufig; auch sind mir in diesem Augenblick nicht alle Studentennamen im Gedächtnisse, und unter den Professoren sind manche, die noch gar keinen Namen haben.“

– Die Harzreise

Ich glaube, die Wellen verschlingen // Am Ende Schiffer und Kahn; // Und das hat mit ihrem Singen // Die Lore-Ley gethan.“

– Buch der Lieder, Die Heimkehr II, letzte Strophe

„Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur // Des Zopfthums neuere Phase: // Der Zopf, der ehmals hinten hing, // Der hängt jetzt unter der Nase.“

– Deutschland. Ein Wintermährchen, Caput III, Strophe 9

Orte die nach Heinrich Heine benannt sind

Die besten Buecher von Heinrich HeineHeine ist nicht nur ein wichtiger Vertreter der Deutschen Literaturgeschichte, nach ihm wurden auch zahlreiche Straßen, Schulen, eine Klinik und eine Universität benannt.

Hierzu zählen beispielsweise die Heinrich-Heine-Allee (Düsseldorf), die Heinrich-Heine-Straße (Berlin), die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Heinrich-Heine-Gymnasium (Hamburg) und die Heinrich-Heine-Gesamtschule Düsseldorf.

Außerdem die Fachklinik Heinrich‐Heine Potsdam oder das Heinrich-Heine-Gymnasium (Oberhausen).

Zudem ist seine Wanderroute auf den Brocken heute als Heinrich Heine Weg bekannt.

Biografie und weitere Empfehlungen

die-besten-buecher-von-heinrich-heineGeboren wurde Heinrich Heine am 13. Dezember 1797 als Sohn des Tuchhändlers Samson Heine und dessen Frau Betty. Auf dem Düsseldorfer Lyzeum kam Heine das erste Mal mit der von ihm geliebten französischen Literatur und Sprache in Kontakt. 

Nachdem Heine das Lyzeum ohne Abschluss verlassen hatte, sollte er eine kaufmännische Lehre absolvieren. Doch Heine erkannte früh, dass er keinerlei Ambitionen und Talente als Kaufmann hatte. Mit Unterstützung eines wohlhabenden Onkels schrieb er sich für ein Studium ein. Er schloss es als Doktor der Jurisprudenz in Göttingen ab und konvertierte noch vor Erhalt der Promotion zum Christentum. 

Schon in jungen Jahren hatte Heine mit dem Schreiben begonnen. Den Durchbruch erreichte er 1821 mit dem Band Gedichte. Das Büchlein öffnete ihm Tür und Tor zu mehreren renommierten Verlagen und Zeitschriften. Heine konnte fortan regelmäßig schriftstellerisch tätig sein, Gedichte, Rezensionen und Artikel veröffentlichen. 

1831 ging der Napoleon-Verehrer Heine nach Paris. Die Seine-Metropole wurde ihm bis zu seinem Tod 1856 eine zweite Heimat. 

Ebenfalls lesenswert von Heinrich Heine:

Florentinische Nächte

Die Götter im Exil

Der Rabbi von Bacherach

Der Doktor Faust

Weiterführende Literatur

Jürgen Habermas: Zeitgenosse Heine: „Es gibt jetzt in Europa keine Nationen mehr“ (Rede anlässlich der Verleihung des Heinrich-Heine-Preises der Stadt Düsseldorf am 14. Dezember 2012). In: Ders. Im Sog der Technokratie (= Kleine Politische Schriften. XII). Suhrkamp, Berlin 2013

Theodor W. Adorno: Die Wunde Heine. In: Ders.: Noten zur Literatur I. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1958

Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. 3., überarb. u. erw. Auflage. Metzler, Stuttgart 2004

Peter Uwe Hohendahl: Heinrich Heine. Europäischer Schriftsteller und Intellektueller. Erich Schmidt, Berlin 2008

Jeffrey L. Sammons: Heinrich Heine. Alternative Perspectives 1985–2005. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006

Elvira Grözinger: Heinrich Heine. Deutscher Dichter, streitbarer Publizist, politischer Emigrant. Hentrich & Hentrich, Berlin 2006

Jan-Christoph Hauschild (Hrsg.): Leben Sie wohl und hole Sie der Teufel. Biographie in Briefen. Aufbau Verlag, Berlin 2005

Rolf Hosfeld: Heinrich Heine – Die Erfindung des europäischen Intellektuellen. Biographie. Siedler Verlag, München 2014

Christian Liedtke: Heinrich Heine. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 2006, 3. Aufl. 2017

Fritz J. Raddatz: Taubenherz und Geierschnabel. Heinrich Heine – Eine Biographie. Beltz, Weinheim 2006

Links

Heinrich-Heine-Portal (HHP) im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf

Heinrich-Heine-Gesellschaft e.V. Düsseldorf

Heinrich Heine, Themenheft: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe: APuZ 3/2006 vom 09.01.2006, Volltext online.

Zu guter Letzt: Hörbuch „Suchers Leidenschaften“ zu Heinrich Heine

Engagiert, originell und höchst persönlich führt C. Bernd Sucher, der bekannte Kritiker und Journalist, zusammen mit dem Schauspieler Burghart Klaußner durch Leben und Werk Heines, der „nirgends zuhause als in der Sprache“ war. Die Reihe „Suchers Leidenschaften“ ist im Argon-Verlag erschienen, die Folge zu Heinrich Heine ist kostenlos über youtube zu hören.

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 28. November 2023