Mutter Marie

„Was ihn anwehte, war nicht der Geruch eines Einbrechers. Im Grunde wußte Valentin von diesem Augenblick an, was vorging. Er ließ es nur im Zweifel, weil es jetzt noch soviel reizvoller war. (…) Er lief im Kreise und durch das Dunkel so lange hinter dem Schatten her, bis der Atem des verfolgten Wesens laut hörbar war. Es blieb stehen, ein schwaches Wimmern war alles. Sogleich mußte sie umsinken. Jetzt hätte Valentin sich gern davongemacht, aber er durfte nicht mehr.
Er entzündete nur die verhängteste der Lampen – was nicht hindern konnte, daß die Arme nackt dastand und zitterte (…).“ (Zitat S. 37 in diesem Buch)

Die „Goldenen Zwanziger“ erweisen sich keineswegs für alle als „golden“, denn die Armut ist für die junge Marie so erdrückend groß, daß sie ihr neugeborenes Baby fortgibt. Später, nachdem sie auf vielen Umwegen zu Reichtum gekommen ist, glaubt sie ihren Sohn plötzlich in dem jungen Valentin wiederzuerkennen. Im Roman „Mutter Marie“ zeichnet Heinrich Mann das scharfsinniges Porträt einer ganzen Epoche – der Weimarer Republik. Hier liegt der 1927 erstmals erschienene Roman in einer Taschenbuch-Neuausgabe vor.

Heinrich Mann.
Mutter Marie.
Roman.
Erstdruck: Zsolnay Verlag, Wien 1927.
Durchgesehener Neusatz, der Text dieser Ausgabe folgt: Claassen Verlag, Düsseldorf 1986.

Vollständige Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2022.
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

EAN: 9783965425446
ISBN: 3965425447
Paperback.
2022 – 124 Seiten

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