thoreau walden

Walden oder Leben in den Wäldern

„Tatsächlich hat der arbeitende Mensch Tag für Tag keine Zeit zur inneren Läuterung. Es ist ihm unmöglich die menschlichen Beziehungen zu den Menschen zu unterhalten. Seine Arbeit würde auf dem Markte im Preise sinken. Er hat nur Zeit eine Maschine zu sein.“

In Thoreaus berühmtem Klassiker „Walden“ sind Antworten auf zwei sehr moderne Fragen enthalten: Wie lebe ich mein Leben, wenn ich angesichts der Corona-Pandemie in Quarantäne, Isolation oder Kontaktreduzierung gehen muss? Und wie kann ich angesichts des Klimawandels ein nachhaltiges Leben führen, ohne überflüssigen Konsum, und in Einklang und Harmonie mit der Natur glücklich werden? Natürlich werden die meisten Menschen nicht gleich Thoreaus Beispiel folgen und für über zwei Jahre in einer Waldhütte als Selbstversorger leben. Doch seine tiefen Einsichten aus dieser Zeit sind bis heute spannend zu lesen und bilden faszinierende Denkanstöße für die modernsten Fragen unseres Lebens.

Thoreaus Werk, kongenial übersetzt von Wilhelm Nobbe, erscheint hier aus Anlass der Corona-Pandemie und des globalen Klimawandels als ungekürzte Neuausgabe.

Henry D. Thoreau.
Walden oder Leben in den Wäldern.
Übersetzt von Wilhelm Nobbe.
Engl. Originaltitel: Walden; or, Life in the Woods. Ticknor and Fields, Boston 1854.
Erstdruck der Übersetzung von Wilhelm Nobbe: Diederichs Verlag, Jena 1905.
Durchgesehener Neusatz, diese Ausgabe folgt: Diederichs Verlag, Jena 1922.

Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2020.
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

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Zitate:

„Die meisten Menschen sind, selbst in diesem verhältnismäßig freien Lande, aus reiner Unwissenheit und Verblendung so sehr durch die künstlichen Sorgen und die überflüssigen, groben Arbeiten des Lebens in Anspruch genommen, daß seine edleren Früchte nicht von ihnen gepflückt werden können. Ihre Finger sind durch übermäßige Arbeit zu plump geworden, sie zittern zu sehr bei solchem Beginnen. Tatsächlich hat der arbeitende Mensch Tag für Tag keine Zeit zur inneren Läuterung. Es ist ihm unmöglich die menschlichen Beziehungen zu den Menschen zu unterhalten. Seine Arbeit würde auf dem Markte im Preise sinken. Er hat nur Zeit eine Maschine zu sein.“ (S. 23)

„Die kostbarsten Eigenschaften unseres Wesens können, wie der Flaum der Früchte, nur durch die zarteste Behandlung erhalten bleiben. Doch wir behandeln weder uns selbst noch die andern so zartfühlend.“ (S.23)

„Ihr macht Euch krank, damit Ihr etwas für Eure kranken Tage zusammenspart…“ (S.24)

„Seht nur, wie er sich bückt und kriecht, wie er sich planlos den lieben langen Tag quält, er der weder unsterblich noch göttlich ist, sondern nur der Gefangene und Sklave des Bildes, das er von sich selbst entwarf, und das auf seinen Taten fußt. Die öffentliche Meinung ist ein schwacher Tyrann im Vergleich zu unserer eigenen Privatmeinung. Was ein Mensch von sich selbst denkt, das ist es, wodurch sein Schicksal bestimmt oder vielmehr prophezeit wird.“ (S.24)

„Was alte Leute für unausführbar halten, wir versuchen es, wir finden, daß es ausgeführt werden kann. Alte Taten für alte Leute, neue Taten für die neuen!“ (S.25)

„In Hinsicht auf Luxus und Bequemlichkeit haben die Weisesten immer ein einfacheres und armseligeres Leben geführt als die Armen. Niemals war jemand an weltlichen Gütern ärmer, an inneren Gütern reicher als die alten Philosophen in China, Indien, Persien und Griechenland. Wir wissen nicht viel über sie. Merkwürdig ist, daß wir überhaupt so viel über sie wissen. Dasselbe gilt von den neueren Reformatoren und Wohltätern ihrer Völker. Nur wer den freien Blick besitzt, den freiwillige Armut eröffnet, kann unparteiisch und weise das menschliche Leben betrachten.“ (S.26)

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