Die Welt von Gestern - Stefan Zweig

Kosmos. Band 2

„Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume und des Erdenlebens, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen, wissen, alles in Einem Werke darzustellen, und in einem Werke, das zugleich in lebendiger Sprache anregt und das Gemüth ergötzt. Jede große und wichtige Idee, die irgendwo aufgeglimmt, muß neben den Thatsachen hier verzeichnet sein.“
(Alexander von Humboldt, Brief an Karl August Varnhagen von Ense, 1834.)

Zusammenfassung von „Kosmos. Band 2“ von Alexander von Humboldt

Einleitung

Alexander von Humboldt setzte seine monumentale Arbeit „Kosmos“ im zweiten Band fort, der 1847 veröffentlicht wurde. In diesem Band erweitert Humboldt die Themen, die im ersten Band behandelt wurden, und geht detaillierter auf spezifische geographische, physikalische und biologische Phänomene ein. Der zweite Band von „Kosmos“ ist ein tiefgehender wissenschaftlicher Text, der eine Vielzahl von Disziplinen abdeckt und zeigt Humboldts beeindruckendes Wissen und seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge klar darzustellen.

1. Allgemeine Naturbeschreibung

Humboldt beginnt den zweiten Band mit einer umfassenden allgemeinen Naturbeschreibung. Er diskutiert die physikalischen Eigenschaften der Erde und ihrer Atmosphäre sowie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Naturkräften. Er legt dar, wie die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Erdkruste, der Ozeane und der Atmosphäre das Leben auf unserem Planeten beeinflussen. Humboldt betont die Bedeutung des Klimas und der geografischen Lage für die Verteilung und Vielfalt der Lebensformen.

2. Pflanzengeographie

Einer der zentralen Themen des zweiten Bandes ist die Pflanzengeographie. Humboldt ist einer der Begründer dieser Disziplin und beschreibt die geographische Verbreitung von Pflanzenarten und die Faktoren, die diese Verbreitung beeinflussen. Er geht auf die Rolle von Klima, Bodenbeschaffenheit, Höhe über dem Meeresspiegel und anderen Umweltfaktoren ein. Humboldt erklärt, wie die Vegetation in verschiedenen Klimazonen und geographischen Regionen variiert und wie Pflanzen an unterschiedliche Bedingungen angepasst sind.

3. Geologische Strukturen und Prozesse

Ein weiterer wichtiger Abschnitt des zweiten Bandes widmet sich den geologischen Strukturen und Prozessen der Erde. Humboldt beschreibt die verschiedenen Gesteinsarten, ihre Entstehung und Verteilung sowie die geologischen Prozesse, die die Erdoberfläche formen. Er erklärt die Entstehung von Gebirgen, Tälern, Vulkanen und Erdbeben und diskutiert die geologischen Beweise für die Entwicklung der Erde über geologische Zeiträume hinweg. Humboldt betont die Bedeutung der Geologie für das Verständnis der natürlichen Umwelt und ihrer Veränderungen.

4. Meteorologie und Klimatologie

In diesem Abschnitt befasst sich Humboldt mit der Wissenschaft des Wetters und des Klimas. Er beschreibt die grundlegenden Prinzipien der Meteorologie, einschließlich der Bewegung der Atmosphäre, der Bildung von Wolken und Niederschlägen sowie der Faktoren, die das Wetter beeinflussen. Humboldt untersucht auch die langfristigen Klimamuster und -veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Erde und ihre Bewohner. Er betont die Bedeutung der Klimatologie für das Verständnis der natürlichen Umwelt und ihrer Dynamik.

5. Magnetismus und Elektrizität

Humboldt war auch ein Pionier auf dem Gebiet des Erdmagnetismus und der Elektrizität. In diesem Abschnitt beschreibt er die grundlegenden Eigenschaften und Phänomene des Magnetismus und der Elektrizität und ihre Wechselwirkungen mit der natürlichen Umwelt. Er erklärt die Entdeckung und Messung des Erdmagnetfeldes sowie die Auswirkungen von Magnetismus und Elektrizität auf die Atmosphäre und die Erdkruste. Humboldt diskutiert auch die Anwendung dieser Kenntnisse in der Wissenschaft und Technologie.

6. Astronomische Phänomene

Im zweiten Band des „Kosmos“ widmet sich Humboldt auch der Astronomie und den Phänomenen des Himmels. Er beschreibt die Bewegungen der Planeten, Sterne und anderer Himmelskörper sowie die physikalischen Eigenschaften des Universums. Humboldt erklärt die Methoden der astronomischen Beobachtung und Messung und die Erkenntnisse, die daraus gewonnen wurden. Er betont die Bedeutung der Astronomie für das Verständnis der Naturgesetze und der Struktur des Universums.

7. Die Harmonie der Natur

Ein zentrales Thema im gesamten Werk „Kosmos“ ist die Harmonie der Natur. Humboldt schließt den zweiten Band mit einer Reflexion über die Schönheit und Ordnung der natürlichen Welt. Er betont, dass die verschiedenen Elemente und Prozesse der Natur miteinander verbunden sind und eine harmonische Einheit bilden. Humboldt fordert die Leser auf, die Natur in ihrer ganzen Komplexität und Schönheit zu schätzen und zu respektieren.

Fazit

Der zweite Band von Alexander von Humboldts „Kosmos“ ist eine tiefgehende wissenschaftliche Untersuchung der natürlichen Welt. Humboldt gelingt es, eine beeindruckende Bandbreite von Themen abzudecken und komplexe wissenschaftliche Konzepte klar und verständlich darzustellen. Der zweite Band vertieft das Verständnis der physischen, geologischen, biologischen und astronomischen Phänomene und zeigt Humboldts einzigartige Fähigkeit, die Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen aufzuzeigen. Sein Werk bleibt ein monumentales Zeugnis der Wissenschaft und eine Inspiration für alle, die die Natur studieren und schätzen möchten.

Alexander von Humboldt: Der Autor des „Kosmos“

Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland am Orinoco

Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland am Orinoco

Alexander von Humboldt (1769-1859) war ein deutscher Naturforscher, Entdecker und Geograph, der durch seine umfangreichen Forschungsreisen und seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen bekannt wurde. Seine Arbeiten legten den Grundstein für viele moderne wissenschaftliche Disziplinen und machten ihn zu einer der einflussreichsten Figuren in der Geschichte der Wissenschaft. Das monumentale Werk „Kosmos“ stellt den Höhepunkt seines Schaffens dar und fasst seine lebenslangen Bemühungen zusammen, die Natur als ein verbundenes Ganzes zu verstehen.

Frühes Leben und Ausbildung

Humboldt wurde am 14. September 1769 in Berlin als zweiter Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1779 wurde er und sein älterer Bruder Wilhelm von ihrer Mutter, Maria Elisabeth Colomb, erzogen, die großen Wert auf eine umfassende Bildung legte. Humboldt zeigte schon früh ein großes Interesse an der Natur und Wissenschaft.

Er studierte an den Universitäten von Frankfurt (Oder), Göttingen und Hamburg sowie an der Bergakademie in Freiberg. Seine Studien umfassten eine breite Palette von Disziplinen, darunter Geologie, Botanik, Zoologie, Physik und Chemie. Diese interdisziplinäre Ausbildung legte den Grundstein für seine späteren wissenschaftlichen Arbeiten.

Forschungsreisen und Entdeckungen

Von 1799 bis 1804 unternahm Humboldt eine ausgedehnte Forschungsreise durch Mittel- und Südamerika, die ihn durch heutige Länder wie Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und Kuba führte. Diese Reise war von großer Bedeutung und brachte ihm den Ruf eines der bedeutendsten Entdecker seiner Zeit ein.

Während dieser Reise sammelte Humboldt eine enorme Menge an Daten und Proben und führte detaillierte Beobachtungen der Geographie, Geologie, Meteorologie, Botanik und Zoologie durch. Er bestieg den Chimborazo in den Anden, der damals als der höchste Berg der Welt galt, und erreichte eine Höhe von etwa 5.900 Metern – ein Rekord für seine Zeit. Seine genauen Beobachtungen und Messungen der Umwelt legten die Grundlagen für viele seiner späteren wissenschaftlichen Theorien.

Rückkehr nach Europa und wissenschaftliche Publikationen

Nach seiner Rückkehr nach Europa veröffentlichte Humboldt eine Vielzahl von Werken, die auf seinen Entdeckungen und Beobachtungen basierten. Eines seiner bekanntesten Werke aus dieser Zeit ist „Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents“, das eine umfassende Darstellung seiner Reisen und Forschungen in Südamerika bietet.

Humboldt zog nach Paris, wo er sich mit vielen führenden Wissenschaftlern seiner Zeit austauschte und seine Ideen weiterentwickelte. Er setzte sich auch für die Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse und die Förderung interdisziplinärer Forschung ein.

Der „Kosmos“

Das Werk „Kosmos“ ist das Ergebnis von Humboldts lebenslangen Bemühungen, die Natur als ein vernetztes und harmonisches Ganzes zu verstehen. Der erste Band wurde 1845 veröffentlicht, gefolgt von weiteren drei Bänden. Humboldt wollte mit diesem Werk nicht nur wissenschaftliche Fakten präsentieren, sondern auch die ästhetische Schönheit und Harmonie der Natur vermitteln.

Einfluss

Alexander von Humboldt hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Wissenschaft und die Gesellschaft seiner Zeit. Seine interdisziplinäre Herangehensweise und seine Betonung der Vernetzung und Ganzheitlichkeit der Natur legten den Grundstein für moderne Wissenschaftsdisziplinen wie Ökologie, Geographie und Meteorologie. Er inspirierte Generationen von Wissenschaftlern, darunter Charles Darwin, und trug wesentlich zur Popularisierung der Naturwissenschaften bei.

Humboldts Werk „Kosmos“ bleibt ein beeindruckendes Zeugnis seiner wissenschaftlichen Brillanz und seines tiefen Verständnisses der Natur. Es ist nicht nur eine Sammlung wissenschaftlicher Fakten, sondern auch eine philosophische Betrachtung der Welt und der Rolle des Menschen in ihr. Humboldt erinnert uns daran, dass die Natur in ihrer ganzen Komplexität und Schönheit gesehen und geschätzt werden sollte.

Kosmos Band 2

Alexander von Humboldt. Kosmos. Band 2.Alexander von Humboldt.
Kosmos. Band 2.
Entwurf einer physischen Weltbeschreibung.
Erstdruck: Alexander von Humboldt: Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung, Bd. 2,
J. G. Cotta’scher Verlag, Stuttgart/Tübingen, 1847.

Vollständige Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2019.
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