Ein Held unserer Zeit

Michail Lermontows Ein Held unserer Zeit gehört zu den Gründungswerken der russischen Prosa. In fünf miteinander verbundenen Erzählungen entsteht das vielschichtige Porträt Gregor Petschorins: Offizier, Verführer, Zyniker und einer der faszinierendsten Antihelden des 19. Jahrhunderts.

Petschorin begegnet der Welt mit Kälte, Überdruss und scharfer Intelligenz. Er gewinnt die Liebe der Frauen, ohne selbst an die Liebe glauben zu können; er sucht Gefahr, verletzt andere und erkennt zugleich mit schonungsloser Klarheit die Leere in sich selbst. Gerade darin liegt seine Modernität: Das Böse erscheint bei Lermontow als Ausdruck einer Seele, die am eigenen Nichtliebenkönnen leidet.

Mit gebrochener Chronologie, wechselnden Erzählern und psychologischer Tiefenschärfe greift Lermontow Puschkins Eugen Onegin auf und weist voraus auf Dostojewski und Tolstoi.

Ein Held unserer Zeit gilt als erster psychologischer Roman der russischen Literatur – ein Werk von formaler Kühnheit und zeitloser innerer Unruhe.
Das Original erschien 1840; Wilhelm Langes Übersetzung von 1878 zählt bis heute zu den meistgelesenen deutschen Übertragungen. Hier als Taschenbuch-Neuausgabe.
Michail Lermontow. Ein Held unserer Zeit. Übersetzt von Wilhelm Lange. Erstdruck (russisch): Iliya Glazunov und Co, Sankt Petersburg 1840. Erstdruck der Übersetzung von Wilhelm Lange: Michael Lermontoff: Ein Held unserer Zeit. Reclam, Leipzig o.J. [1878]. Durchgesehener Neusatz, der Text dieser Ausgabe folgt dem Erstdruck. Vollständige Neuausgabe, Göttingen 2026.
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

EAN: 9783753804033
22,0 cm / 15,5 cm / 1,2 cm ( B/H/T )
Mai 2026 – 156 Seiten

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 16. Mai 2026

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