Die Eroberung des Brotes

Brot und Freiheit gehören für Pjotr Kropotkin untrennbar zusammen. Eine Revolution, die lediglich neue Herrscher einsetzt, aber Hunger, Abhängigkeit und Lohnzwang bestehen lässt, hat ihr Ziel verfehlt.

In seinem berühmtesten Werk entwickelt Kropotkin die Vision einer anarchokommunistischen Gesellschaft. Die Güter der Erde, die technischen Errungenschaften und das Wissen der Menschheit sind gemeinschaftlich entstanden – und sollen deshalb allen gehören.

Freie Kommunen und freiwillige Zusammenschlüsse könnten Produktion und Versorgung ohne zentrale Staatsmacht und ohne Streben nach Profit organisieren.

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Kropotkin verbindet scharfe Kritik an Kapitalismus und Staat mit konkreten Überlegungen zu Ernährung, Wohnung, Arbeit, Industrie und Landwirtschaft. Sein Buch entwirft eine konkrete Zukunftsvision und zeigt, dass „Wohlstand für alle“ bereits möglich ist.
Kropotkins Werk wurde zu einem Grundtext des kommunistischen Anarchismus und inspirierte Generationen anarchistischer Aktivisten – von den anarchistischen Milizen im Spanischen Bürgerkrieg bis zur Occupy-Bewegung des 21. Jahrhunderts.

Hier als Taschenbuch-Neuausgabe.
Peter Kropotkin. Die Eroberung des Brotes. Übersetzt von Bernhard Kampffmeyer. Originaltitel: La Conquête du pain. Erstdruck: Dieu et l’Etat. Imprimerie Jurassienne, Genève 1882. Erstdruck der hier vorliegenden Übersetzung: Die Eroberung des Brotes, Verlag Der Syndikalist, Berlin 1919. Die Rechtschreibung wurde beibehalten, offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Neuausgabe, Göttingen 2026.

EAN: 9783753804897
Der Klassiker des Anarchismus über Wohlstand für alle und freie Zusammenarbeit. 22,0 cm / 15,5 cm / 1,7 cm ( B/H/T )
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
Juli 2026 – 232 Seiten

Berühmte Zitate

„Jede Entdeckung, jeder Fortschritt, jede Vermehrung des Reichtums der Menschheit hat seinen Ursprung in der Gesamtheit von Hand- und Hirnarbeit der Vergangenheit und Gegenwart. Also mit welchem Recht darf sich irgend jemand auch nur des geringsten Teiles dieses unermeßlichen Ganzen bemächtigen und sagen: „Das gehört mir und nicht euch“?“

Unsere Reichtümer, Abschnitt II, S. 16 der LIWI-Ausgabe

„Alles soll Allen gehören! Vorausgesetzt, daß Mann und Weib die ihnen mögliche Arbeit liefern, haben sie ein Recht auf den ihren Bedürfnissen entsprechenden Teil des Gesamtprodukts. Dieser Anteil wird genügen, um ihnen den Wohlstand zu sichern.“

Unsere Reichtümer, Abschnitt III, S. 20

„Doch unser Kommunismus ist nicht derjenige der Phalansterien, noch derjenige der autoritären deutschen Theoretiker. Er ist der anarchistische Kommunismus, der Kommunismus ohne Regierung – derjenige freier Menschen. Er ist die Vereinigung der beiden von der Menschheit seit Alters her verfolgten Ziele: der ökonomischen Freiheit und der politischen Freiheit.“

Der anarchistische Kommunismus, S. 37

„Aber eine freie Gesellschaft, eine Gesellschaft, die in Besitz des Allen zukommenden Erbes tritt, muß in der freien Gruppierung, in der freien Föderation der Gruppen eine neue Organisation finden, eine Organisation, die der neuen ökonomischen Phase der Geschichte entspricht. Jeder ökonomischen Phase entspricht eine politische Phase, und es wird unmöglich sein, an dem Eigentum zu rütteln, ohne zugleich einen neuen Modus des politischen Lebens zu finden.“

Der anarchistische Kommunismus, S. 42–43

„Der Mensch ist keineswegs ein Wesen, welches ausschließlich leben könnte, um zu essen, zu trinken und zu schlafen. Sobald er den materiellen Erfordernissen genügt hat, regen sich in ihm jene Bedürfnisse, die man Bedürfnisse künstlerischer Natur nennen könnte, nicht minder heftig. So viele Individuen, ebensoviele verschiedene Neigungen gibt es. Und je zivilisierter eine Gesellschaft ist, um so entwickelter ist auch die Individualität, um so mannigfaltiger sind die Neigungen.“

Die Luxusbedürfnisse, Abschnitt I, S. 105

„Es ist erwiesen, daß die Werkstätte ebenso gesund und angenehm gemacht werden kann, wie ein wissenschaftliches Laboratorium. Es ist nicht weniger erwiesen, daß es nur vorteilhaft ist, wenn man es tut. In einer geräumigen und gut gelüfteten Werkstätte geht die Arbeit schneller von statten, man kann dort leicht kleine Verbesserungen anbringen, von denen jede wieder eine Ersparnis an Zeit und Handarbeit bedeutet.“

Die angenehme Arbeit, Abschnitt I, S. 121

„Es ist keineswegs unsere Pflicht, die Einwürfe, welche man dem autoritären Kommunismus macht, zurückzuweisen: wir machen sie selbst. Die zivilisierten Nationen haben zu viel in dem Kampfe für die Befreiung des Individuums gelitten, als daß sie ihre Vergangenheit verleugnen und eine Regierung dulden könnten, welche für die kleinsten Aeußerungen des gesellschaftlichen Lebens Vorschriften erlassen würde, – auch wenn diese Regierung kein anderes Ziel als das Wohl der Allgemeinheit im Auge haben sollte.“

Einwürfe, Abschnitt I, S. 145

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 05. Januar 2026

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