Die Welt von Gestern - Stefan Zweig

Eine Jugend in Deutschland

Ernst Tollers „Eine Jugend in Deutschland“ gehört zu den eindringlichsten autobiografischen Zeugnissen der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Toller erzählt von seiner Kindheit in der Provinz Posen, von Studienjahren und Kriegsbegeisterung, von den erschütternden Erfahrungen an der Westfront und seinem Wandel zum entschiedenen Kriegsgegner.

Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs gerät er mitten in die revolutionären Ereignisse von 1918 und 1919. Als führender Akteur der Münchner Räterepublik erlebt er politische Hoffnung, Machtkämpfe und Gewalt aus nächster Nähe.

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Nach deren Scheitern wird er wegen Hochverrats verurteilt und verbringt fünf Jahre in Festungshaft.

Mit großer Offenheit erzählt Toller von Irrtümern und Überzeugungen, von politischem Aufbruch und persönlicher Verantwortung. Seine Erinnerungen sind zugleich das Porträt einer Generation, die Krieg, Revolution und den Zerfall einer alten Ordnung erlebte.

Eine außergewöhnliche Autobiografie und ein bedeutendes Zeitdokument der deutschen Geschichte.
Ernst Toller. Eine Jugend in Deutschland. Erstdruck: Querido Verlag, Amsterdam, 1933. Neuausgabe, Göttingen 2026.

Produktdetails
EAN: 9783753805375
Eine Autobiografie zwischen Krieg, Revolution und Gefängnis. 22,0 cm / 15,5 cm / 1,4 cm ( B/H/T )

Mit einer Abbildung auf S. 191: Fotografie Ernst Tollers im Gefängnis, 1920er Jahre.
Umschlagmotiv: KI-generierte künstlerische Darstellung, inspiriert von der auf S. 191 abgebildeten Fotografie Ernst Tollers.

LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
September 2026 – 192 Seiten

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Berühmte Zitate

„Um ehrlich zu sein, muß man wissen. Um tapfer zu sein, muß man verstehen. Um gerecht zu sein, darf man nicht vergessen.“

Vorwort, S. 5 der LIWI-Ausgabe

„Dreizehn Monate bleibe ich an der Front, die großen Empfindungen werden stumpf, die großen Worte klein, Krieg wird zum Alltag, Frontdienst zum Tagwerk, Helden werden Opfer, Freiwillige Gekettete, das Leben ist eine Hölle, der Tod eine Bagatelle.“

Die Front, S. 55

„Wer die Wahrheit erkannt hat, muß in seinem Land beginnen.“

Streik, S. 66

„Aber kein Volk ist wahrhaft frei ohne die Freiheit seiner Nachbarn.“

Streik, S. 66

„Tief in ihm bohrt und nagt die Lebensangst, er liebt die Freiheit, aber er fürchtet sich vor ihr, und eher erniedert er sich und schmiedet sich selbst die Knechtfesseln, als daß er wagt, frei und verantwortlich zu schaffen und zu atmen.“

Militärgefängnis, S. 73–74

„Man darf nicht Parolen verkünden, an die man nicht glaubt. Die Scheu vor der Wahrheit führt zum Selbstbetrug.“

Bayrische Räterepublik, S. 95

„Mögen die Gesetze des Bürgerkriegs noch so brutal sein, ich weiß, die Konterrevolution hat in Berlin rote Gefangene ohne Schonung gemordet, wir kämpfen für eine gerechtere Welt, wir fordern Menschlichkeit, wir müssen menschlich sein.“

Bayrische Räterepublik, S. 115

„Der alte Staat war stark durch das Untertanentum seiner Bürger, gezüchtet in Schulen, Kasernen, Vereinen, Zeitungen, die neue Gesellschaft kann nur durch freie Menschen aufgebaut werden, Untertanengesinnung untergräbt sie.“

Bayrische Räterepublik, S. 116

„Ich glaube nicht an die »böse« Natur des Menschen, ich glaube, daß er das Schrecklichste tut aus Mangel an Phantasie, aus Trägheit des Herzens.“

Fünf Jahre, S. 169

„Die wichtigste Aufgabe künftiger Schulen ist, die menschliche Phantasie des Kindes, sein Einfühlungsvermögen zu entwickeln, die Trägheit seines Herzens zu bekämpfen und zu überwinden.“

Fünf Jahre, S. 169

„Die Macht der Vernunft, glaubte ich, sei so stark, daß, wer einmal das Vernünftige erkannt hat, ihm folgen muß. Erkenntnisse werden vergessen, Erfahrungen werden vergessen, mühselig ist der Weg des Volkes, nicht der Gegner schlägt ihm die härtesten Wunden, es schlägt sie sich selbst.“

Fünf Jahre, S. 177

„Nein, ich war nie allein in diesen fünf Jahren, in der trostlosesten Verlassenheit nie allein. Die Sonne hat mich getröstet und der Mond, Wind, der über eine Pfütze strich und sie wellte zu fliehenden Kreisen, Gras, das im Frühjahr wuchs zwischen Steinen des Hofs, ein guter Blick, ein Gruß geliebter Menschen, Freundschaft der Kameraden, der Glaube an eine Welt der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Menschlichkeit, an eine Welt ohne Angst und ohne Hunger.“

Fünf Jahre, S. 185

„Die Barbarei triumphiert, Nationalismus und Rassenhaß und Staatsvergottung blenden die Augen, die Sinne, die Herzen.“

Blick Heute, S. 186

„Von falschen Heilanden erwartet das Volk Rettung, nicht von eigener Erkenntnis, eigener Arbeit, eigener Verantwortung.“

Blick Heute, S. 187

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI VERLAG, zuletzt aktualisiert am 23. September 2026

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 23. September 2026