
Elisabeth, ein Hitlermädchen
Marschmusik unter blühenden Kastanien.
Elisabeth will dazugehören und fühlt sich getragen von einer Bewegung, die ihr Sinn und Zugehörigkeit verspricht.
Doch hinter den Parolen wachsen Zweifel – im Warenhaus, in der Liebe, im eigenen Körper.
In eindringlichen Szenen erzählt Maria Leitner die Geschichte eines Mädchens, das lernen muss, was es bedeutet, wenn Politik bis ins Innerste reicht.
Ein Roman über Verführung und Verlust, über Mitläufertum – und über den Mut, sich innerlich zu lösen.
Erstmals 1937 im Exil erschienen, liegt der Roman hier in einer Taschenbuch-Neuausgabe vor.
Maria Leitner.
Elisabeth, ein Hitlermädchen.
Roman der deutschen Jugend.
Erstdruck in Fortsetzungen in der deutschsprachigen Exilzeitung „Pariser Tageszeitung“, 1937.
Durchgesehener Neusatz, diese Ausgabe folgt:
Aufbau Verlag, Berlin 1985.
Vollständige Neuausgabe, Göttingen 2026.
ISBN: 3753803022
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Maria Leitner – Biografie
Maria Leitner (1892–1942) war eine deutschsprachige ungarische Journalistin und Schriftstellerin, die als eine der frühen und kompromisslosesten Vertreterinnen der sozialkritischen Reportageliteratur gilt. In Budapest zweisprachig aufgewachsen und in Wien sowie Berlin kunsthistorisch ausgebildet, verband sie literarisches Talent mit politischer Wachsamkeit.
Bereits während des Ersten Weltkriegs arbeitete sie als Korrespondentin; nach dem Zusammenbruch der ungarischen Räterepublik ging sie ins Exil. Ihr Leben war fortan geprägt von politischer Verfolgung, Emigration und dem entschiedenen Willen, gesellschaftliche Wirklichkeit literarisch sichtbar zu machen.
International bekannt wurde sie durch ihre dreijährige Recherche-Reise durch die USA (1925–1928), auf der sie über achtzig verschiedene Tätigkeiten annahm – vom Dienstmädchen bis zur Fabrikarbeiterin –, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen „von innen“ zu dokumentieren. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in Reportagen und im Roman Hotel Amerika (1930), der die sozialen Abgründe hinter der Fassade des „American Dream“ offenlegt und 1933 von den Nationalsozialisten verboten wurde. Auch ihr im Pariser Exil erschienener Roman Elisabeth ein Hitlermädchen (1937) analysiert mit literarischer Schärfe die Mechanismen nationalsozialistischer Verführung und Ideologie im Alltag junger Frauen.
Als engagierte Antifaschistin berichtete Leitner wiederholt – teils unter Lebensgefahr – aus dem nationalsozialistischen Deutschland. 1940 wurde sie im französischen Internierungslager Gurs festgehalten, konnte fliehen, lebte jedoch verarmt im Untergrund in Marseille. Trotz internationaler Hilfsbemühungen erhielt sie kein Visum und starb 1942 im Exil. Maria Leitners Werk steht exemplarisch für eine Literatur, die soziale Wirklichkeit nicht distanziert beschreibt, sondern existentiell miterlebt – und dadurch eine eindringliche, authentische Stimme der Zwischenkriegszeit bewahrt.
Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 04. Februar 2026
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