Zur Farbenlehre

Johann Wolfgang Goethes „Zur Farbenlehre“ ist eine umfassende Untersuchung der Farbe in Natur, Wahrnehmung und Kunst.

Ausgehend von zahlreichen Beobachtungen und Versuchen unterscheidet Goethe physiologische, physische und chemische Farben und beschreibt ihre Entstehung, ihre Gegensätze und ihre wechselseitigen Beziehungen.

Besondere Wirkung entfalteten seine Überlegungen zur psychologischen und ästhetischen Bedeutung der Farben.
Gelb erscheint ihm heiter und belebend, Blau kühl und in die Ferne ziehend, Rot zugleich würdevoll und anmutig.

„Die Erfahrung lehrt uns, daß die einzelnen Farben besondre Gemütsstimmungen geben.“ (Sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe, S. 159)

Die Verbindung von genauer Beobachtung, ästhetischem Empfinden und psychologischer Deutung macht „Zur Farbenlehre“ bis heute für Künstler, Gestalter und Psychologen zu einem anregenden und einflussreichen Werk.

Erstmals erschienen 1810. Hier als Taschenbuch-Neuausgabe.
Johann Wolfgang Goethe. Zur Farbenlehre. Erstdruck der einzelnen Teile: Anzeige und Übersicht des Goethischen Werkes zur Farbenlehre. Erstdruck in: Morgenblatt für gebildete Stände, Nr. 133, 6. Juni 1810. Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1810. Zur Farbenlehre. Didaktischer Teil. Erstdruck in: Zur Farbenlehre. Erster Band. In der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Tübingen, 1810. Materialien zur Geschichte der Farbenlehre. Erstdruck in: Zur Farbenlehre. Zweiter Band. In der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Tübingen, 1810.
Durchgesehener Neusatz. Der Text dieser Ausgabe folgt: Johann Wolfgang Goethe: Schriften zur Farbenlehre. In: Johann Wolfgang Goethe. Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche. Herausgegeben von Ernst Beutler. Band 16. Artemis-Verlag, Zürich, 1949. Vollständige Neuausgabe, Göttingen 2026. LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

EAN: 9783753804774
Wie Licht und Farbe unsere Wahrnehmung bestimmen.

22,0 cm / 16,0 cm / 3,5 cm ( B/H/T )

Juli 2026 – 508 Seiten

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Berühmte Zitate

„Denn eigentlich unternehmen wir umsonst, das Wesen eines Dinges auszudrücken. Wirkungen werden wir gewahr, und eine vollständige Geschichte dieser Wirkungen umfaßte wohl allenfalls das Wesen jenes Dinges.“

Vorwort, S. 27 der LIWI-Ausgabe

„Die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden. In diesem Sinne können wir von denselben Aufschlüsse über das Licht erwarten.“

Vorwort, S. 27

„Jedes Ansehen geht über in ein Betrachten, jedes Betrachten in ein Sinnen, jedes Sinnen in ein Verknüpfen, und so kann man sagen, daß wir schon bei jedem aufmerksamen Blick in die Welt theoretisieren.“

Vorwort, S. 28

„Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen tierischen Hülfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seinesgleichen werde; und so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht, damit das innere Licht dem äußeren entgegentrete.“

Einleitung, S. 33

„Wär‘ nicht das Auge sonnenhaft, wie könnten wir das Licht erblicken? Lebt‘ nicht in uns des Gottes eigne Kraft, wie könnt‘ uns Göttliches entzücken?“

Einleitung, S. 33

„Die Menschen empfinden im allgemeinen eine große Freude an der Farbe. Das Auge bedarf ihrer, wie es des Lichtes bedarf.“

Sechste Abteilung: Sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe, S. 158

„Wie wir einen angenehmen Gegenstand, der vor uns flieht, gern verfolgen, so sehen wir das Blaue gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.“

Sechste Abteilung: Sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe, Blau, S. 161

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 05. Januar 2026

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