Fjodor Dostojewski - Polsunkow

Polsunkow

„Menschen, die sich freiwillig als Narren mißbrauchen lassen, tun einem ja nicht einmal leid. Aber ich merkte bald, daß dieses sonderbare Geschöpf, dieses lächerliche Subjekt keineswegs ein Narr von Profession war. Es steckte noch etwas von einem Gentleman in ihm. Sein ganzes unruhiges Wesen und seine fortwährende Besorgnis um seine Person zeugten zu seinen Gunsten.

Sein Wunsch, jedermann Dienste zu erweisen, schien mir eher aus Gutherzigkeit als aus dem Streben nach materiellen Vorteilen zu entspringen. Mit Vergnügen erlaubte er es einem jeden, aus vollem Halse, in der unanständigsten Weise, ganz unverhohlen über ihn zu lachen; aber gleichzeitig (das möchte ich beschwören) zog sich sein Herz schmerzlich bei dem Gedanken zusammen, seine Zuhörer könnten so unedel und grausam sein, nicht über das, was er sagte, sondern über sein ganzes Wesen, über sein Herz, seinen Kopf, sein Äußeres, über seine Individualität zu lachen.“

(Zitat auf S. 3 in diesem Buch)

Die Novelle „Polsunkow“ erscheint hier in der vielgelesenen Übersetzung von Herrmann Röhl. Frisch aufgelegt in gut lesbarer Schriftgröße.

Fjodor Dostojewski. Polsunkow. Eine Novelle. Übersetzt von Hermann Röhl. Erstdruck: 1848. Durchgesehener Neusatz, der Text dieser Ausgabe folgt: Sämtliche Romane und Novellen, Insel-Verlag, Leipzig 1921/23.

ISBN: 9783965428409
Oktober 2024 – 24 Seiten
Vollständige Neuausgabe, Göttingen 2024.

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Verfasst von Thomas Löding, LIWI Blog, zuletzt aktualisiert am 05. Januar 2026

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